Alexa

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Alexa ist 42, es geht ihr gut. Letztes Jahr hat sie mir Gurken- und Tomatensetzlinge verkauft, die hinter der Glasscheibe meines Büros verdorrt, verkrüppelt, verendet sind. Warum? Alexa spricht: „Westlage hinter der Scheibe und 40 Grad, keine Zirkulation, keine Nachtabsenkung, keine Insekten, da dürfen Sie sich nicht wundern! Die gehören einfach raus! Das sind Pflanzen für draußen!“

Ihr Geschäft in der Hütteldorferstraße gibt es seit 58 Jahren, seit 22 Jahren führt sie es selbst. Der benachbarte Supermarkt bietet nun auch Erde und Blumen und Pflanzen in riesigen Mengen an, ist das ein Problem für sie? Alexa spricht: „Aber hallo! Natürlich ist das ein Problem! Die haben unglaubliche Flächen!“ Allerdings kommen immer wieder Kunden zu ihr zurück, weil die Erde, die sie dort kaufen, so schlecht ist. „Da sind oft Viecherl drin oder Plastik.“

Ein Problem neben der billigen Konkurrenz sind auch die heißen Sommer. „Im Juli und August hat es jetzt eigentlich immer an die 40 Grad, das ist für die Blumen ein Wahnsinn.“ Die Ware muss nämlich versorgt und gepflegt werden. Anderseits wäre das natürlich auch der Reiz an der Sache: „Das frische Produkt, das Lebende, das Vergängliche…. Blumen sind kein Gewand, das du irgendwo hinlegen kannst.“

Hat sie eine Lieblingsblume? Alexa spricht: „Ich muss sagen, ich hab Nelken schon sehr gerne, da gibt’s immer wieder tolle, neue Farben. Hier das Unterwäscherosa, das ist doch einfach speziell, oder?“

Es ist sogar wundeschön.

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