Sabina

Sabine

Sabina ist 55, es geht ihr sehr gut. Gerade hat sie in der Loos Bar im Ersten Bezirk ein Kleid abgeholt mit einem Sissi Motiv drauf, „das meine Stimmung extrem hebt.“ Kosten? „190,-. Aber wenn man was haben will, dann fragt man sowieso nicht nach dem Preis.“ Sie legt 200 auf den Tisch, die zehn Euro Trinkgeld gehen an „die Tiere“: In Gars am Kamp hat sie gerade „die Jessy“ vermittelt, einen zweijährigen Hund aus Griechenland, um den sich eine Freundin gekümmert hat.

Das Kleid wird sie bei der Einweihung ihrer „Villa Abendruh“ tragen, die sie in Reichenau an der Rax gekauft hat. Der Kaiser hatte diese einst gebaut und seinem Kammerdiener zur Pensionierung geschenkt, nun gehört sie Sabine. Sie vermittelt seit 22 Jahren Hauspersonal im „sehr gehobenen Bereich“ –Butler, Gesellschafterinnen, Köche, Chauffeure, Nannys oder Landschaftsgärtner, was man halt so braucht.

In ihrer Villa möchte sie ab Herbst im renovierten Salon das Personal weiter bilden, zum Beispiel: „Ich hab’ Tomaten angebaut – wie kann ich die ohne Storm konservieren? Dafür hab’ ich so einen alten Ofen gekauft, den ich mit Holz einheizen kann.“ Heute heißt das „Nachhaltigkeit“, aber dieses Wort kann sie nicht leiden, daher nimmt sie es erst gar nicht in den Mund.

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