Christoph

 

Christoph

Christoph will mir nicht sagen, wie alt er genau ist, aber ein paar Jahre jünger als der Stephansdom, vor dem ich ihn treffe, ist er ganz sicher. Und dass er aus Voralberg stammt, das kann er erst recht nicht verheimlichen, ich höre es, als er mir sagt, wie „super!“ es ihm geht. Aber nicht etwa, weil er so viel Manner Schnitten gegessen hätte, dass er schon wie eine entsprechende Verpackung ausschaut!

Der gelernte Seinmetz und Restaurateur arbeitet in der „Bauhütte“ links neben dem Stephansdom, die hinter Absperrgittern versteckt ist. Abfallende Stuckteile, Engerl oder die Wasserspeier in Gestalt dämonischer Tiere, die von Regen, Wind und Abgasen ruiniet wurden, kommen zu ihm und den Kollegen in die Werkstatt, wo sie maßstabgetreu nachgebaut werden. „Wie viele im Jahr?“, frage ich. „Oh, sehr viele!“, sagt er. „Alles können wir natürlich nicht neu machen, aber wir bemühen uns.“

Während die meisten Bauerbeiter ihren „Blaumann“ mit Stolz tragen, trägt er seinen „Rosamann“ mit nicht weniger Stolz. „Der alte Herr Manner, der vor vier Jahren gestorben ist, sponserte mich, weil ihm der Dom ein Anliegen war.“ Und weil Christoph halt auch ein bisserl gut ausschaut darin.

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