Stefan

Stefan ist 55, es geht ihm gut. Ich treffe den gebürtigen Linzer vor der Wiener Albertina, er hat in Leoben und Graz Energietechnik studiert, nun konzipiert und baut er für einen heimischen Industrieanlagenhersteller unter anderem Müllverbrennungsanlagen. Anhand einer solchen im deutschen Schwedt a. d. Oder weiht mich der passionierte Bluesgitarrist grob in die Feinheiten ein: „Der Müll kommt mit Lkws aus dem Umland, wird auf riesige Bunkeranlagen geleert, wo er bis zu 15 Meter hoch lagert, überall sind Krähen, klassisch. Wenn der Müll zu lange liegt, setzt er sich, wird hart, saftelt. Zwei riesige Greifer – Polypgreifer oder Zweischalengreifer – werfen ihn auf Schubböden mit je einem gewissen Fassungsvermögen, von dort kommt er über ein Förderband zum Eisenabscheider, zu den Vibrationssiebmaschinen, zu den Shreddern, zu den Nichteisenabscheidern usw. Der zirkulierende Wirbelschichtofen, den wir dort gebaut haben, verlangt nach einer gewissen Stückigkeit des Mülls, der schließlich mit einem 400 Meter langen Rohrgurtförderer über zwei Schurren in 35 Meter Höhe den Vorlagesilos zugeführt und danach über mehrere Rohre in die circa acht Meter breite Brennkammer eingeblasen wird, 45 Tonnen pro Stunde bei einer Temperatur von 800 bis 900 Grad. Gesamtwirkungsgrad der Anlage: 85 Prozent, Kesselwirkungsgrad: 55 Prozent. Verstanden?“

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