
Hannah ist 18, es geht ihr gut. Ich treffe sie am Schwedenplatz auf dem Weg zur Arbeit. Die gebürtige Tirolerin ist in der Nähe von Innsbruck aufgewachsen, schon als Kind wußte sie, dass sie Friseurin werden möchte. Sie hat immer wieder mal an ihren und anderen Haaren herumgeschnipselt, sodass die Friseurlehre nur eine logische Folge war. Danach tauschte sie die Berge Tirols gegen das Wiener Becken, druckte ein paar Lebensläufe aus und verteilte sie in der Bundeshauptstadt. Das „Haus zur schwarzen Bürste“ in der Judengasse nahm sie schließlich. „Der Chef ist happy, und ich auch!“, lacht sie.
Frisurentrends gäbe es immer wieder neue, womit aber niemand gerechnet hat: Die Dauerwelle beim Mann ist wieder im Kommen inklusvie Minibli, wie wir ihn noch von Tormann Otto Konrad kennen. Wenn geht, versucht sie ihren Kunden die Welle auszureden, aber was kann man schon gegen einen Trend machen? Wenig. Immerhin von „dazupassendem“ Blond ist ihr bis jetzt nichts bekannt. Gegen Spliss übrigens, den Horror jeder Frau, helfe nur Schneiden.
Von Wien hat sie bisher wegen der Lockdowns noch gar nicht so viel mitbekommen, gefallen tut es ihr aber sehr gut. Sowohl Eltern als auch Freunde besuchen sie an den Wochenenden gerne in Margareten, wo sie jetzt wohnt. Für das erste Partywochende hat sie sich mit Freunden um Reservierungen in diversen Clubs bemüht, zum Beispiel VIEIPEE im Prater: Dort aber verlange man VIP-Preise. Zwar bekommt Hannah gutes Trinkgeld für gute Arbeit, aber es wird dann wohl doch eher der Volksgarten werden oder der Prater DOME. Hauptsache, endlich Party.