Winfried

Winfried ist 84, es geht ihm sehr gut. Seine Tochter Sonja betreibt in Rattenberg die alteingesessene Buchhandlung „Der Armütter“, und das kam so: „1799 wanderte ein Peter Stichlberger vom Bischof in Salzburg hierher, verkaufte Gebetsbücher und erweiterte um eine Buchbinderei. Dann wanderte ein gewisser Jacob Armütter aus dem Rheinland zu und suchte eine Stelle als Buchbinder, er fand sie und heiratete, erweiterte um eine Papierhandlung. Der Sohn meines Großvaters hätte die Buchhandlung übernehmen sollen, blieb aber im Krieg, also übernahm meine Mutter, und ich übernahm von ihr und meine Tochter von mir.“

Seit 1830 ist das Haus im Familienbesitz, irgendwann hießen sie Altenburger, aber auch die interessierten sich für Bildung und Kunst. So absolvierte Winfried als Spätberufener ab 2000 noch ein Studium der Musikwissenschaften in Innsbruck: „Das war toll, aber die Bücher sind das Tollste!“

Alle zwei Wochen nimmt seine Tochter ein Filmchen mit ihm auf, in dem er ein Buch vorstellt, das Filmchen sieht man dann auf Facebook. Zuletzt: „Eine Geschichte des Burgunderreiches, in der auch Maximilian vorkommt, der Maria von Burgund geheiratet und so das Habsburgerreich vergrößert hat. Unter seiner Regentschaft kam auch Rattenberg von Bayern nach Tirol, was jedem gestandenen Tiroler natürlich wichtig ist. Ich bin hier geboren und aufgewachsen“, lacht Winfried, „und ich bleibe hier verwurzelt, wie ein Tiroler halt verwurzelt ist.“ Nach Wien fährt der Kulturinteressierte aber trotzdem gerne, „man muss ja auch hin und wieder in die Oper oder in die Burg“

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