Sternsinger

Ida (8 und Caspar), Fanny (10 und der Stern) sowie Naila (8 und der Melchior) mit dem Schmetterlingsnetz für das Geld aus der Distanz sind heute schon seit 13.45 Uhr unterwegs, als sie um 18.15 Uhr an meine Türe klopfen, sie sind also schon rechtschaffen müde. Sie decken das große Gebiet der Pfarre Hildegard Burjan hinter der Stadthalle ab. Pfarrer Martin hat ihnen nicht gesagt, dass sie schnell gehen müssen, „aber je schneller wir gehen, desto mehr Menschen erreichen wir mit der Frohen Botschaft!“, sagt ihre Begleiterin Nathalie (19).

Wegen der bekannten Krise müssen heuer auch die Heiligen Drei Königinnen eine Maske tragen, und singen dürfen die Sternsingerinnen heuer natürlich auch nicht. Dafür, erzählt Nathalie, singen sie halt draußen auf der Straße, wenn sie von Haus zu Haus ziehen, und lustig, sagen die drei Könginnen, wäre es dann natürlich trotzdem. Nur wenn oft eine halbe Stunde lang oder noch länger niemand aufmache, dann werde es schon ein bisschen langweilig. „In der Mitte von unserem Ausflug hatten wir ein bisschen Pech“, erzählt Ida, „da haben sehr wenige aufgemacht.“ „Aber am Anfang und am Ende haben wir sehr viel Glück gehabt“, sagt Naila. „Da hatten wir richtige Glückspassagen!“, strahlt Fanny.

Um die Ecke haben sie ihren Riesensack mit den Süßigkeiten stehen, die sie von den „vielen sehr netten Leuten“ kriegen. Allerdings wäre ihnen ein bisschen Geld für die armen Kinder in Indien lieber, denen es nicht so gut geht wie ihnen und für die sie heuer sammeln.

Stefan

Stefan ist 55, es geht ihm gut. Ich treffe den gebürtigen Linzer vor der Wiener Albertina, er hat in Leoben und Graz Energietechnik studiert, nun konzipiert und baut er für einen heimischen Industrieanlagenhersteller unter anderem Müllverbrennungsanlagen. Anhand einer solchen im deutschen Schwedt a. d. Oder weiht mich der passionierte Bluesgitarrist grob in die Feinheiten ein: „Der Müll kommt mit Lkws aus dem Umland, wird auf riesige Bunkeranlagen geleert, wo er bis zu 15 Meter hoch lagert, überall sind Krähen, klassisch. Wenn der Müll zu lange liegt, setzt er sich, wird hart, saftelt. Zwei riesige Greifer – Polypgreifer oder Zweischalengreifer – werfen ihn auf Schubböden mit je einem gewissen Fassungsvermögen, von dort kommt er über ein Förderband zum Eisenabscheider, zu den Vibrationssiebmaschinen, zu den Shreddern, zu den Nichteisenabscheidern usw. Der zirkulierende Wirbelschichtofen, den wir dort gebaut haben, verlangt nach einer gewissen Stückigkeit des Mülls, der schließlich mit einem 400 Meter langen Rohrgurtförderer über zwei Schurren in 35 Meter Höhe den Vorlagesilos zugeführt und danach über mehrere Rohre in die circa acht Meter breite Brennkammer eingeblasen wird, 45 Tonnen pro Stunde bei einer Temperatur von 800 bis 900 Grad. Gesamtwirkungsgrad der Anlage: 85 Prozent, Kesselwirkungsgrad: 55 Prozent. Verstanden?“

Coco

Coco ist 14, es geht ihr trotz der bekannten Probleme gut. Bisher ist sie unbeschadet durch die Krise gerudert, mit Disziplin am Vormittag und viel Schlafen am Nachmittag. Am Abend beschäftigt sie sich am liebsten mit der ihrer Meinung nach höchsten kulturellen Leistung der letzten Jahrzehnte, den Simpsons. „Die Serie fängt mit einer Weihnachtsfolge an“, erzählt sie. „Homer kriegt kein Weihnachtsgeld von Mr. Burns, muss als Santa in einem Einkaufszentrum aushelfen, kriegt auch dafür nur 13 Dollar, geht damit zusammen mit Barney Gumble und Bart zum Hunderennen, setzt alles auf Santa’s Little Helper – und verliert. Vor dem Eingang läuft ihnen der Hund zu, Bart will ihn, Homer nicht, er sagt: ‚Er ist ein Verlierer, ein Simpson.‘ Aber natürlich nehmen sie ihn mit.“

Über Erfinder Matt Groening hat Coco schon ein Referat gehalten, über die Qualität seiner Serie hat sie eine sehr klare Meinung: „Bis zur 15. Staffel sind die Drehbücher richtig gut“, sagt sie, „bis zur 20. geht so. Danach werden sie immer schlechter.“ Am liebsten von allen Charakteren mag sie Lisa Simpson, die achtjährige Vegetarierin und Feministin, „die ist schlau, setzt sich für Sachen ein, auch wenn alle gegen sie sind, und bleibt trotzdem dabei“. Nebenbei liest Coco selbst interessante Bücher wie das von Melisa Erkurt.

Die ORF-Weihnachtsfolge, synchronisiert ins Österreichische, hat sie sich nicht angeschaut. Warum? „Verschiedenste Gründe“, sagt sie. „Erstens ist die Folge schlecht!“ Zweitens schaue sie seit dem Tod der deutschen Homer-Synchronstimme Norbert Gastell die Simpsons nur noch auf Englisch. In diesem Sinne: „Merry Christmas and a Happy New Year!“

Milli V

Milli ist 79, es geht ihr gut. Sie sitzt in der Küche unseres Hauses, ich sage: „Erzähl mir von früher, erzähl mir von Weihnachten.“ Und sie erzählt: „Der Dati, dein Opa, hat immer den Baum aus der Hoed, dem Wald heruntergeholt, mit den Rössern und dem Schlitten, und die Mami, deine Omi, hat ihn dann geschmückt, immer ein schöner Baum, groß. Zum Essen hat es irgendein Trumm Fleisch gegeben, ein gefüllter Rollbraten oder was, ein gutes Essen, aber ich weiß nicht mehr genau, was. Keine Würstel, keine Gans.

Nach dem Essen sind wir Rauchen gegangen, durchs ganze Haus mit Weihrauch und in den Stall auch, das war wichtig, da haben wir den Rosenkranz gebetet. Der Dati hat immer gesagt, dass in der Heiligen Nacht die Vieher reden können, oder haben sie sich das eingebildet? Wahrscheinlich. Das Evangelium nach Lukas hat dann auch er vorgelesen, und dann haben wir gesungen, die ganzen Lieder haben wir heruntergedrosselt, das war schön.

Die Bescherung? Die Mami hat die Hozn-Menscha vom Nachbarbauern bestellt, die haben einen weißen Umhang gehabt und eine Krone, dann hat sie geläutet und gesagt: Das Chritkindl kommt! Geschenke? Wir haben ja nicht viel gehabt, nichts haben wir gehabt. Die Mami hat halt geschaut, dass es ein bisserl was Süßes gegeben hat. Und gestrickt hat sie glaub ich jede Nacht, damit wir was zum Anziehen gekriegt haben, was wir halt gebraucht haben, ein Jackerl oder so was. Spielzeug? Na. Oh ja, ein Schaukelpferd haben wir mal gekriegt, schön angestrichen rot und schwarz. Aber es war trotzdem schön, sehr schön war´s.

Dann sind wir alle zu Fuß hinaus nach Spital am Pyhrn gegangen zur Mitternachtsmette, wenn die Glocken so laut geläutet haben bei der Kirche, das hat uns gefallen. Die ganze Nacht ist draufgegangen. Nach zwei Stunden in der Mette wieder eineinhalb Stunden heim, da haben wir immer eine Gaudi gehabt, dann sind wir liegen gegangen. Wenn der Vollmond war und alles voller Schnee, herrlich war das, so schön. Weihnachten war wirklich immer ein Fest. Sonst war ja nicht viel das ganze übrige Jahr.“

Rosalinda

Rosa ist 29, es geht ihr sehr gut. Sie händigt mir im Franz und Julius einen Espresso to go aus, dabei erzählt sie: „Ich habe vor zwei Tagen in Theater- Film- und Medienwissenschaften den Master gemacht“, 29 wäre dafür das perfekte Alter. Sie hat auch schon die erste Email mit MA unterschrieben, wir gratulieren. In ihrer Arbeit hat sie sich mit „einer bestimmten Repräsentation von Frauen in Science-Fiction-Filmen auseinander gesetzt, mit Meerjungfrauen und anderen Frauen, die auf eine bestimmte Art und Weise dargestellt werden: Sehr naiv, kindlich, aber eben im Körper einer sexualisierten Frau.“ Zuvor hat sie sich eingehend mit „feministischer und postkolonialistischer Filmtheorie“ auseinader gesetzt, weil im Bereich Film auf jeden Fall etwas zu verändern wäre: „Der Film repräsentiert die Gesellschaft, da wird gezeigt, was gezeigt werden soll, und das ist erschreckend.“

Österreichische Filme? „Die hab ich insgesamt nicht so gerne, weil ich das Deutsch oder Österreichisch in diesen Filmen nicht aushalte.“ Also lieber Terminator 3 mit Muskelprotz Linda Hamilton? „Uuh, der ist ja nochmal problematisch auf einer ganz anderen Ebene. Da hat Ivonne Tesca über Musclelinity statt Masculinity geschrieben.“ Und wenn der Film trotzdem gut wäre, dürfte man ihn gut finden? „Wem er gefällt, bitte. Ich hab ihn nicht gesehen, vielleicht ist es eh zu früh, um zu judgen.“

Sie hat noch einen zweiten Job in der Staatsoper, wo sie den „Revisionsdienst“ macht: Da bin ich quasi für den Abend die Chefin. Wenn Feuer ausbricht, lässt se den Vorhang runter, so ungefähr. Ihren letzten Dienst versah sie am 2. ovember, da war das Attentat, und sie kam erst um . Sie ist froh, dass sie diese zwei Jobs hat.  Im Kunstbereich ist es gerade sehr schwer, das wußte sie aber. Ihre Omas hat sie ermahnt: Mach doch was, was nicht so brotlos ist, was bist du denn dann?“ Jedenfalls glücklich mit dem, was sie tut.

Lili

Lili ist 16, es geht ihr so halbwegs. „Es ist unser Alltag geworden, Laptops, Handys, Soziale Medien. Corona hat Jung und Alt gezwungen, diese IT-Geräte zu benutzen und so in einem Jahr alles verändert. In den Schulen wurde Distance learning eingeführt, was für jeden neu ist. Ich selbst bin manchmal mit der Technik überfordert, obwohl ich als Jugendliche das meiste verstehen sollte, so ist das Klischee. Meetings mit Lehrern verlaufen auch oft nicht wie geplant, weil die Technik Streiche spielt, der Punkt ist aber: Zum Glück gibt es Laptops und all das, sonst würde das ganze Schulleben aus dem Ruder laufen.

Auch Social distancing ist wichtig in dieser Zeit, also mit Freunden treffen wird wohl nichts. Ich vermisse alle meine Freunde, an der frischen Luft miteinander zu sitzen und einfach Zeit zu verbringen, stattdessen sitze ich fest mit meinen Eltern in einer Wohnung. Meine Eltern haben genauso Homeoffice, also bin ich Tag und Nacht mit ihnen. Die Stimmung zuhause nach 1 Monat ist nicht immer die fröhlichste, aber diese Zeit setzt jeden einzelnen unter Druck, das ist also verständlich. Mein Tagesablauf im Lockdown ist immer gleich. Am Vormittag sind Meetings und Hausübungen, am Nachmittag und Abend ist nur Langeweile angesagt.

Manchmal am Abend schaue ich mir ZIB zwanzig an, um zu sehen, ob es Änderungen und was Neues gibt, meistens jedoch lese ich sowas eher auf Sozial Media Seiten wie Instagram. Es gibt immer wieder neue Änderungen, so weiß mein auch nicht, ob es dieses Jahr so ein wirklich schönes Weinachten werden soll. Ich hoffe jedoch sehr, dass sich die Coronafälle senken und jeder ein schönes Fest feiern kann. Dieses Jahr war für jeden eine Herausforderung, doch auch ein Einstieg in eine neue Welt, jeder versteht langsam die Technologie und akzeptiert sie, was vorteilhaft ist, denn es wird nun immer mehr mit solchen Sachen. Um aber diese Krise zu überstehen, sollte man auf jeden aufpassen und zuhause bleiben und die Unseren schützen.“

Yara

Yara ist 15, wie geht es ihr? „Um ehrlich zu sein, es geht mir besser als ich gedacht habe. Als ich wieder vom 2. Lockdown gehört habe, dachte ich mir, ich werde das nicht nochmal durchstehen können. Jetzt sieht das aber ganz anders aus: die Schule stresst mich nicht mehr so wie beim letzten Mal, weil alles viel organisierter ist, meinen Tagesplan mit eingeschlossen. Im Gegensatz zu anderen Schulen gibt es in unserer relativ wenig Online-Unterricht, und ich bekomme Aufgaben, die ich ohne Hilfe gut bewältigen kann.

Mein Tagesablauf besteht darin, dass ich am Vormittag entweder an einer Konferenz teilnehme oder meine Aufgaben erledige. Am Abend kann ich mich ausruhen, meinen Freizeitaktivitäten nachgehen und mit Freunden telefonieren. Mittlerweile fehlt mir der soziale Kontakt nicht mehr so stark wie beim ersten Mal. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich an den Lockdown gewöhnt habe, oder dass ich manchmal zu beschäftigt mit der Schule bin, um darüber nachzudenken? Ich muss aber zugeben, ich bin viel unmotivierter, wenn es um das Lernen geht. Ich schaffe es nicht, Vokabeln zu lernen, weil es keineAntriebskraft gibt. Ich nehme es mir immer vor, nur fehlt mir der letzte Motivationsschub. Deshalb bin ich besorgt, dass ich später dann nicht mehr in das Schulleben reinkomme. Ich hab das Gefühl, ich werde mit meinemWissen ein wenig hinterher hängen oder in Zukunft überfordert zu sein.

Eine weitere Belastung ist das ständige Zusammenleben der Familie. Das führt häufig zu Streitereien und Unruhe. Dennoch ist das im Endeffekt auch kein so großes Problem, denn schlussendlich versöhnen wir uns wieder.“

Cordula

Cordula ist 38, es geht ihr gut. Sie ist vom Verein Gartenpolylog und steht vor dem Gemeinschaftskompost in der Markgraf-Rüdiger-Straße, 20 Meter von der Komposttonne der Stadt Wien entfernt. „Gemeinschaftsliches Kompostieren gibt es schon in vielen anderen Städten“, erzählt Cordula, „in Wien gab es das bisher noch nicht.“ 24 Haushalte aus der Umgebung sind mit dabei und haben einen Zugangscode für die drei Holzkisten, in einer wird der Bioabfall gesammelt, im zweiten liegt das „Strukturmaterial“, im dritten reift der Kompost dann.

Jeder kann dann Kompost für seine Balkon- oder Zimmerpflanzen verwenden, wir ernten gemeinsam und teilen dann auf. Cordula schätzt vor allem auch den gemeinschaftlichen Aspekt des Kompostierens, die Kisterl sind mehrsprachig beworben, allzu viele sogenannte „Ausländer“ kompostieren aber noch nicht. „Wird schon!“, ist Cordula zuversichtlich, denn: „Immer mehr Leute sagen, ihre Bioabfälle tun ihnen fast leid, wenn sie diese in die MA48 Tonne werfen“, zu den Fahrradschläuchen, Fauteuils und Pizzaresten, die man darin findet. Superstreng sind sie bei ihrer Sammlung auch nicht. „Bananenschalenpickerl dürfen rein, mein Gott, ist ja nur Papier. Zu exklusiv wollen wir nicht sein.“  Ich verspreche, meinen Kaffeesud vorbeizubringen, „Danke, Kaffeesud ist super.“

Ihre Grandpa Walton Latzhose findet sie ganz praktisch, mit der Gabel hantiert sie auch beim „Gemeinschaftsfeld“ in der Lobau draußen, wo man „gemeinschaftlich anpflanzen kann, Tomaten waren heuer nicht so gut, Erbsen super, Kürbis super.“ Die Erbsen ißt sie am liebsten frisch, Erbsenpüree zu Weihnachten wird es nicht geben, „eventuell noch Kohl.“

Karolina

Karolina ist 15. „Wie es mir mit dem ganzen Distance Learning und Zuhause bleiben geht? Mäh… Einerseits möchte ich Risikogruppen vermeiden, andererseits würde ich gerne in diesem Moment rausstürmen und all meine Freunde sehen. Schon über drei Monate habe ich alte Schulfreundinnen nicht mehr gesehen. Man merkt am Lockdown, wie die Freundschaft langsam immer weiter auseinander splittert, was mich innerlich kaputt macht.

Das ganze Zuhause Lernen macht mich langsam echt krank. Wir kriegen mehr Aufgaben in manchen Fächern, die wir in der Schule nie schaffen würden. Und immer an meine Eltern geklebt zu sein, ist auch nicht gut. Oft streiten wir uns über die unnötigsten Dinge. Ich wünsche mir einfach nur, dass das ganze aufhört. Ganz besonders haben meine Noten an dem ganzen gelitten. Um ehrlich zu sein, bin ich viel fauler als ich früher war. Das Ganze tut meiner mentalen Gesundheit auch nicht gut. Das einzig Gute am Distance Learning ist, dass ich nicht immer so früh aufstehen musst. Wie ich das gehasst habe. Um 06:00 im Winter im Dunkeln aufwachen und in die Kälte marschieren.

Langsam geht mir der ganze Corona-Wahnsinn echt auf die Nerven. Direkt um 19:30 schalten meine Eltern die ORF-Nachrichten an, und schon geht das Ganze los…Ich kann es langsam echt nicht mehr hören. Aber auf Weihnachten freue ich mich auch trotz Corona. Ich habe mit meine Mutter die Tradition, dass wir uns jedes Jahr in der Weihnachtszeit Lego kaufen und es auch aufbauen. Ich liebe es auch immer, diese eine ganz bestimmte Folge von Spongebob anzusehen: ‚,Spongebobs Weihnachten“. Das erinnert mich immer an meine Kindheit.

Wie gesagt, vermisse ich meine Freunde sehr. Ich höre in letzter Zeit nichts mehr von ihnen. Sie melden sich nicht, noch schreiben sie mir oder rufen ich an, was mich echt unglücklich macht. Das sind meine Freunde aus der alten Klasse, und wir alle haben uns versprochen, dass wir uns öfter sehen sollten. Aber wie gesagt, ich höre nichts von ihnen. “

Nupel

Nupel ist 16. „Wie es mir geht? Die Antwort ist: Mir geht ́s ok. Mir ging ́s schon besser, mir ging ́s schon schlechter. Was für ein Jahr. Corona hat uns alle fest im Griff, und Begriffe wie Distance-Learning, Mund-und Nasenschutz, Testergebnisse und Babyelefant können die meisten nicht mehr hören. Durch ZIB 1, ZIB 2, ZIB Spezial, Bundesland heute, Konkret, Pressestunde, Puls 24 News und die ganzen Pressekonferenzen hat man grade noch so einen Überblick über all das, was momentan um uns herum passiert. Einerseits wird man mit Nachrichten und neuen Infos geradezu bombardiert, andererseits hat man das Gefühl, man sitzt im Dunkeln, ohne jegliche Antwort auf all die Fragen, wie das alles jetzt weitergehen soll.

Müde. Dieses Wort beschreibt auch, wie es mir geht. Müde, weil man zu Hause ist, aber doch so viel zu tun hat. Müde, weil man sich nicht nur um seine Gesundheit sorgt, sondern auch um seine Zukunft. Müde, weil man sich einfach nur mit Familie und Freunden treffen will, aber nicht kann. Ich fühle mich hoffnungsvoll, aber auch ängstlich. Bald wird es eine Impfung geben, aber wer weiß, was die Nachwirkungen sind, wie hoch der Schutz ist, ob es sich lohnt, sich überhaupt impfen zu lassen.

Aber zwischen all dieser Unsicherheit und den Fragen weiß ich eins: Ich habe Hoffnung. Hoffnung, weil die Menschen wie noch nie zuvor Zusammenhalt und Stärke gezeigt haben. Hoffnung, weil die besten Ärzte der Welt zusammenarbeiten, um diese Pandemie so schnell wie möglich unter Kontrolle zu bringen. Hoffnung, dass alles wieder gut wird.

Mir geht ́s ok.“