Leopold

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Leopold ist 68, es geht ihm gut. Er bewohnt in dem kleinen Ort ein 1756 nach der „Riegelbauweise“ errichtetes Haus. es hat keine Grundfeste. Es wurden nur große Steine gelegt, und auf diese wurde das erste Holz als Grundriss gelegt. Der Boden im Inneren des Hauses war daher nie isoliert, es kamen nur so genannte „Pölster“ drauf, und auf die der Holzboden. Im Winter, erinnert er sich, stand der Schnee, wenn er bei der Küche heraus schaute, oft bis halb zum Fenster, deswegen denkt er, dass es früher mehr Schnee gab. Aber vielleicht wurde auch einfach schlechter geräumt.

Gerade beseitigt er an der Wetterseite des Hauses ein paar Risse an der Fassade, was einer Art Sisyphos-Arbeit gleicht: „Du machst den einen Riss zu, und nächstes Jahr ist er wieder da, an der genau gleichen Stelle.“ Die Giebeln des Hauses sind angekohlt, und Leopold hat eine Vermutung, warum: Die daneben stehende Kirche brannte ein paar Jahre vor Errichtung seines Hauses. Möglicherweise haben sich seine Vorfahren also am verrußten Bauholz der Kirche bedient, dabei eines der Zehn Gebote missachtend.

Das Haus hieß immer „das Messnerhäusl“, aber ein Messner wohnte darin nie. Es gehörte vielmehr einem Großbauern und dessen Frau, der Großbäuerin, die seine Großmutter war. Sie nutzen es wohl als eine Art Gartenhaus  am Wochenende. Aber nicht, um von dort aus schneller in die danebenstehende Kirche zu kommen, sondern ins Wirtshaus, das wiederum auf der anderen Seite neben der Kirche stand. „Die Bauern waren gesellige Leute damals“, lacht er. Jedenfalls seine Vorfahren.

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