Lisa

Lisa ist 24, es geht ihr gut. Sie ist im 15. Bezirk aufgewachsen und ging am Schuhmaierplatz im 16. zur Schule. Nach dem Unterricht verbrachte sie – klassisch – viel Zeit in der Lugner-City, wo sie sich bei reichlich Nachos alle Marvel-Filme im Kino anschaute, Captain America war ihr Held, „der war schon der coolste, und fesch ist er auch!“ Bei der Kendlerstraße draußen skatete sie so lange, bis sie ein Unfall stoppte. Vor zwei Jahren fing sie wieder mit Longboard an, „auch schon zwei Unfälle, aber nichts Schlimmes!“, lacht die Frohnatur. Hauptsache Spaß und Adrenalinausschüttung.
Kein Wunder, dass sie „nie ein Schulmensch“ war. Sie begann eine Lehre als Restaurantfachfrau in einem Gasthaus beim Praterstern. „Viel Schnitzi, viel Bier, das war sehr hart“, sagt sie. Sie kündigte und ging ins Gartenhotel beim Schöpfwerk, wo sie die Lehre vollendete. Danach machte sie beim Wifi ihr Barkeeperdiplom und konnte mal 300 Cocktailrezepte auswendig. Dass die Zutaten immer besser werden, Sirup und Säfte selbst gemacht werden, vom Craft-Gin nicht zu reden – das gefällt ihr. Danach fing sie als Commis de rang = Tellerträgerin im Kursalon Hübner an, nach einem Jahr übernahm sie 20jährig die Restaurantleitung in einem männerdominierten Team. „Das war auch hart, aber wenn man´s nicht macht, wird man´s nie lernen.“ Nun freut sie sich auf ihr erstes Konzert nach dem Lockdown, Rammstein nächstes Jahr muss sie unbedingt sehen: „Tausende Leute gehen zu guter Musik ab, das ist schön!“ Ihr Adrenalin bereitet sich bereits auf die Ausschüttung vor.

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