Michel

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Michel ist 26, er stammt aus Mexico und tourt seit drei Wochen mit „a bunch of Columbian people and one French guy“ durch Europa. Er spielt Gitarre und singt, die beiden Bands, mit denen er auftritt, heißen Abuso (Missbrauch) und Amenazas (Bedrohung). Vor zwei Wochen gastierten sie beim berühmten K-Town Hardcore Fest in Kopenhagen – 3 days of sonic mayhem. Die Anküdigung für sie lautete: „Stripped to the bone tuneful hardcore punk with alternating vocals. An unholy pact between D-beat and UK82 made in Bogotá.“ Sie reisen in einem weißen  Mercedes Sprinter 311 CDI mit französischem Kennzeichen. Der hintere Teil ist vollgeräumt mit Plastikboxen, in denen reichlich Vinyl-Platten stecken. Die beste Punkbank für ihn? Black Flag in den 80er Jahren mit Henry Rollins als Frontman.

Die Kolumbianer in Michels Truppe kommen alle aus Bogotá, wo er lebt und wo sie sich kennenlernten. Dort gibt es eine vitale Punk-Szene, die sich allerdings mehr in Richtung hardcore und „Violence“ orientiert, wegen der leidvollen Geschichte der Länder in Zusammenhang mit Drogen, Banden Gewalt. Auch Michel hat schon einige Freunde an die Drogen und die Kriminalität verloren. Zuhause sind sie Teil eines Kollektivs von Dissidenten, Filmemachern und Musikern, das sich gegen die Korruption engagieren.

Gestern spielten sie in der  Pankahyttn im 15. Bezirk zusammen mit zwei anderen Bands, und schliefen dann bei einem Bekannten in der Wohnung. Nun gehen sie noch auf ein Bier, bevor sie bei bald 35 ° nach Dachau in Deutschland weiterfahren.

Adiós! Und Buen Viaje!

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