Karl

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Karl ist 65, es geht ihm sehr gut. Er spielte einst bei der Union Kuenring in der Wiener Herrengasse vis-à-vis vom Café Central Bastketball. Ursprünglich 1951 von Franz Mrkvicka als Damenbasketballverein gegründet, spaltete sich 1971 eine Herrensektion ab, in der Karl im Nachwuchs als Kapitän spielte. Mit 17 rückte er in die erste Mannschaft auf, in der ein gewisser Franz Vranizky als rechter Flügelspieler eingesetzt wurde. Bis heute nennen sie ihn „Vrany“, der Verein heißt heute Basket Flames.

Bis zu seiner Matura hat Karl mit seinem Verein halb Europa bereist, er war in Vigo in Spanien und nahm in Straßburg an der Europameisterschaft teil, „es gab regen Spielverkehr mit der damaligen CSSR, wir spielten oft gegen Brünn, Prag oder Bratislava gegen die dortige Slovan.“ Einen „Dunk“, das sehenswerte Hineindreschen des Balles von oben in den Korb, schaffte er mit 187 cm Körpergröße nie, in der von Schwarzen dominierten amerikanischen Liga gibt es obendrein einen Spruch: „White men can´t jump.“ Sein Idol war Whilt Chamberlain von den LA Lakers.

Heute sitzt Karl im Café Engländer mit einem Freund zusammen, der 1964 bei Olympia über 200 Meter Delfin angetreten ist. Und jedes Jahr am 24. Dezember treffen sich die alten Recken im Hotel Marriott zum Erinnern an alte Zeiten: „Die Worisch vom Synchronschwimmen, der Franz Hasil von der Rapid, der dann bei der Feyenord Rotterdam gespielt hat mit dem Ernst Happel …“

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