Junki

Junki „wie der Junkie ohne E“ ist gerade 71 geworden, es geht ihm nicht gut. Er war mal Deutscher, jetzt ist er Wiener, wir sitzen vor dem Café Rossi, wo er das zweite von heute vermutlich noch sehr vielen Krügerln oder großen Bieren, wie sie in Deutschland dazu sagen, trinken wird. „Schmeckts?“ „Ja, sehr!“

Wie ist sein 71jähriges Leben bisher verlaufen? „Bis jetzt hat sich kein Schwein dafür interessiert!“, sagt er und nimmt einen Schluck. Er hat zwei Ehen hinter sich gebracht, soviel lässt er sich entlocken, und seine Kinder hätten Glück gehabt, lacht er, denn es gibt sie nicht.

„Es werden jeden Abend mehr Biere“, sagt Junki dann mit traurigem Blick, denn er hat gerade Mädy begraben, seine Katze, die er einst aus dem Tierschutzheim gerettet hat. Er schreibt das y in ihrem Name mit zwei Punkten drauf, „weil das so fröhlich ausschaut.“ Mit den Bieren verdrängt er die Erinnerungen an sie, die zehn Jahre lang bei ihm lebte und sogar auf dem Kopfpolster geschlafen hat, was ihn manchmal durchaus störte. „Aber jetzt vermisse ich sie.“

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