Laura

Laura sagt mir gleich, dass ich mir meine Frage nach ihrem Alter sonst wohin stecken könne, sie unterrichtet nämlich Diversity an der Universität in Graz, und da könne sie mir viel erzählen zum Thema, aber ansonsten: „Danke, es geht mir gut!“ Die gebürtige Mailänderin, die dort immer noch ihren Zweitwohnsitz hat, hat sich gerade neben ihrem Hauptwohnsitz Graz einen kleinen Drittwohnsitz in Wien eingerichtet.

Die vielen Male davor, die sie als Besucherin in der Stadt war, gefiel es ihr gar nicht, sie musste immer an Mottenkugeln denken. Während ihres letzten Besuches aber graste sie einschlägige Kaffeehäuser ab, und da schau her! Der Charme der Kellner („Wos woin S’?) überwältigte sie. Außerdem mag sie das „erkennbar Progressive“ der Stadt.

Die Tochter eines Motorradrennfahrers und einer Jetsetterin im Diplomatendienst ist weit gereist, kam aber erst spät zum ersten Mal nach New York. Davor war sie in Tokio, und als man sie im Big Apple fragte, wie ihr die Stadt denn gefallen würde, sagte sie: „Nice.“ Darüber waren die New Yorker aber gar nicht „happy“, die glauben ja immer, sie wären so „awesome“. „Aber gegen Tokio ist das einfach ein Dorf“, sagt Laura.

Ihre schönste Reiseerfahrung führte sie ohnehin nach Montevideo in Uruguay, an der Mündung des Río de la Plata gegenüber von Buenos Aires gelegen. „Dort laufen alle mit so Riesenbechern Mate-Tee in der Hand herum, also wirklich Riesenbecher, dreimal so groß wie in Buenos Aires. Aber vielleicht ist das der Grund, warum sie herüben dreimal so entspannt sind wie die drüben.“

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