Berni

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Berni ist 37, es geht ihr „ganz brauchbar“. Sie ist Teamleiterin in einem Callcenter, wo sie elf Leute unter sich hat, den Job macht sie seit zwölf Jahren, vier Tage in der Woche in Schichtarbeit. Es rufen dort nicht die ganze Zeit Leute an, im Gegenteil: „Zur Zeit könnte sogar ein bisserl mehr los sein!“ Sie begann dort zu arbeiten, als sie die Matura nachmachen wollte, die reguläre Matura hat sie damals nicht gemacht, „weil es mir nicht so gut ging.“

Zusammen mit ihrer Schwester pflegte sie ihre kranke Mutter, von ihrem zehnten Lebensjahr an über zwanzig Jahre lang. Warum tut man das als junger Mensch, wie schafft man es? „Es ist eine sinnvolle Aufgabe, sehr unmittelbar, man bekommt sehr direkte Rückmeldungen. Aber man muss auch aufpassen und sich seine Energie sehr gut einteilen.“ Bernis Mutter starb vor vier Jahren, ihr Tod war für sie ein großer Einschnitt.

Oft spielt sie auf ihrer gebrauchten Flamencogitarre, ihr Lehrer aus Uruguay, „der seinem großen Meister nach Wien nachgereist ist“, bringt ihr gerade eine Melonga bei. Als wir uns beim Maronifest eines Freundes treffen und dessen Tochter plötzlich Rammstein auflegt, kann Berni alle Text auswendig: „Die mag ich ganz gerne beim Autofahren.“

Thomas

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Thomas ist 47 und „Inscheniör“, es geht ihm gut. Der „Hutfetischist“, wie er sich selbst nennt, sucht nach Leuten, „denen geholfen werden kann und die topmotiviert sind“. Wie? Dem Jobtransfer Center die Straße hinauf hat er gerade ein Projekt angeboten, eine Idee, die er verfolgt: „Österreich von den Arbeitslosen zu befreien.“ Dann Europa, dann die ganze Welt. Und zwar mit „Network-marketing, Facebook-Zugang und Produkten, die den Stoffwechsel des Körpers von innen her beinflussen.“ Er nimmt die „zertifizierten Pulver auf biologischer Basis und ohne Zucker drin“ selbst. Noch wartet er auf eine fixe Zusage. Ob ich Interesse hätte? „Ich überleg’s mir.“

Am 10.10. um 10 Uhr 10 und 10 Sekunden „wird Mr. Yellowhatman geboren werden“, das wird er selbst sein mit einem gelben Hut, einer Warnweste, einer gelben Hose und seinen grünen Schuhen. „Und dann wird wienweit, ach was, weltweit das Leben gefeiert!“ Und zwar so: Er selbst wird sich mit einem Riesenstück Pizza in die U6 stellen und dieses in Richtung der Überwachungskamera hinein verspeisen, „so fuck you!“ Denn der künftige Mr. Yellowhatman ist sehr verärgert über „gewisse Entwicklungen in der U-Bahn.“

Er wird auch seine Gitarre mit dabei haben, denn er ist auch Gitarrist. Und wenn jemand einen songtext für ihn hat, „dann mieten wir die 02-Arena, und der Michael Jackson da oben wird herunter schauen und sich ärgern, dass er nicht dabei ist.“

Leopold

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Leopold ist 68, es geht ihm gut. Er bewohnt in dem kleinen Ort ein 1756 nach der „Riegelbauweise“ errichtetes Haus. es hat keine Grundfeste. Es wurden nur große Steine gelegt, und auf diese wurde das erste Holz als Grundriss gelegt. Der Boden im Inneren des Hauses war daher nie isoliert, es kamen nur so genannte „Pölster“ drauf, und auf die der Holzboden. Im Winter, erinnert er sich, stand der Schnee, wenn er bei der Küche heraus schaute, oft bis halb zum Fenster, deswegen denkt er, dass es früher mehr Schnee gab. Aber vielleicht wurde auch einfach schlechter geräumt.

Gerade beseitigt er an der Wetterseite des Hauses ein paar Risse an der Fassade, was einer Art Sisyphos-Arbeit gleicht: „Du machst den einen Riss zu, und nächstes Jahr ist er wieder da, an der genau gleichen Stelle.“ Die Giebeln des Hauses sind angekohlt, und Leopold hat eine Vermutung, warum: Die daneben stehende Kirche brannte ein paar Jahre vor Errichtung seines Hauses. Möglicherweise haben sich seine Vorfahren also am verrußten Bauholz der Kirche bedient, dabei eines der Zehn Gebote missachtend.

Das Haus hieß immer „das Messnerhäusl“, aber ein Messner wohnte darin nie. Es gehörte vielmehr einem Großbauern und dessen Frau, der Großbäuerin, die seine Großmutter war. Sie nutzen es wohl als eine Art Gartenhaus  am Wochenende. Aber nicht, um von dort aus schneller in die danebenstehende Kirche zu kommen, sondern ins Wirtshaus, das wiederum auf der anderen Seite neben der Kirche stand. „Die Bauern waren gesellige Leute damals“, lacht er. Jedenfalls seine Vorfahren.

Stefan

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Stefan ist 53, es geht ihm gut. Er war als Jugendlicher Außenstürmer bei jenem Verein, bei dem ich selbst zunächst im zentralen Mittelfeld „das Spiel vor mir hatte“, bevor ich auf die Liberoposition wechselte, weil ich der eher langsame Typ war. Stefan hingegen war unglaublich schnell, ein 11-Sekunden-Läufer über die 100 Meter. Allerdings hatte er in dieser Zeit oft muskuläre Probleme, Zerrungen, Faserrisse und so, „immer an den Oberschenkeln, vorne und hinten.“

Deswegen fuhr er mal „zu diesem Wunderheiler Khalifa in Hallein drüben“, der, so steht es im Internet, „seit über 40 Jahren selbst schwerste Muskel- und Gelenksverletzunge nur mit seinen Händen durch Druck auf die Haut heilt.“ Stefan konnte er leider nicht helfen, er hörte mit 34 auf, ich hatte schon 20 Jahre vorher die Stollenschuhe an den Nagel gehängt.

Heute ist er im Verein verantwortlich für die Jugend, gerade läuft ein Turnier mit den ganz Kleinen, Stefan ist begeistert:  „Wir bringen die Kinder in Bewegung. Wer macht das heutzutage noch?“ Er will ja niemandem zu nahe treten, „aber da sieht man keine dicken Kinder.“ Im Sommer stellte er Freibier für die Eltern in Aussicht, falls mal mehr als 20 Kinder zum Training kämen, am letzten Donnerstag war es soweit.

Dann erinnern wir uns noch an jenen fernen Sommer, als mal die Kicker vom SK VÖEST Linz hier auf Trainingslager waren, mit zahlreichen Stars. Die Kellnerin aus der Dorfdisco wurde schwanger und gab dann 12 oder 16 der Spieler als mögliche Väter an. Dieses Kind der Liebe muss heute über 40 sein, ob es je Fußball spielte, wissen wir beide nicht.

Paul Albert

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Paul Albert ist 60, es geht ihm gut. Den zurückliegenden Sommer verbrachte er teils in Wien, teils in Tirol, teils in London. Von dort aus startete er einen „daytrip“ nach Oxford, dort kam er sich vor wie in Venedig oder Rom – zwei Wochen durchgehend 30 ° und herrliches Licht!

Er trug dabei eine kurze Jeans von Lidl, „dort kennt mich ja niemand“, und streifte als Fotograf durch die Straßen. Jeden Nachmittag um 15 h bzw. 3 p.m. kaufte er sich einen möglichst kalten halben Liter fettreicher 3,6 % Milch und genoss ihn irgendwo in kleinen Schlucken, die fettarme lehnt er ab. Abends gönnt er sich als „Betthupferl“ immer eine halbe Schachtel After Eight Schokolade und … einen halben Liter kalter Milch dazu.

Zum Frühstück? „Wie wir es gelernt haben!“ Er kauft einen Kilo schwarzer Wecken, davon schneidet er fünf bis sechs Scheiben ab, darauf gibt er Butter, wiederum darauf Marmelade. Falls er zu Mittag isst, dann muss es „richtig heiß sein, und irgendetwas mit Nudeln.“ Ich fragte: „Am besten ein Rostbraten mit Bandnudeln?“ Er nickt. Grundsätzlich aber hält so ein Frühstück bei ihm bis ziemlich genau 15 Uhr bzw. 3 p.m. vor, dann gibt es auf jeden Fall wieder kalte Milch.

Paul hat ein paar Bekannte, die auf Vegetarisch umgestiegen sind, „und die kratzen sich jetzt überall, es fängt das Jucken an, sie kriegen Ausschläge.“ Das ist eine Erfahrung, die er selbst auf keinen Fall machen möchte.

Felix

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Felix ist 55, es geht ihm gut. Er bereitet sich auf eine Lesung im Kulturcafé vor, richtet den Tisch her, an dem er lesen wird, und den anderen Tisch, an dem er seine Texte verkaufen wird. Er schreibt Gedichte, Prosa und Theaterstücke „seit vierzig Jahren“. Also begann er mit 15 zu schreiben? „Mit 17! Aber mit 15 war ich auch schon deppert!“

Mit acht Jahren gewann er im Theater a. d. Wien den ersten Preis bei einem Schultheater-Wettbewerb, er beeindruckte als Immitator von Bundeskanzler Dr. Bruno Kreisky. Mit elf Jahren lernte er vier LPs von Komiker Otto Waalkes auswendig und gab sie zum Besten, vorher brachte er sie auf einer Olivetti Schreibmaschine zu Papier und lernte sie dann auswendig. Wir erinnern uns: „Großhirn an Kleinhirn, bitte melden.“ Wieder erster Preis.

Felix legt wert darauf, dass er Josef Hader kennt und für diesen schon gekocht hat, „im Kupferdachl. Und den Willi Resetarits kenn ich auch. Und den Nino aus Wien kenne ich auch. Und den Peter Kolba kenne ich auch. Und den Van der Bellen kenne ich auch.“ Für den Bruno Kreisky hat er mal geröstete Kartoffel gemacht, sagt er jedenfalls. Das bringt ihn zu folgender Frage:

„Wissen`s, was das schwierigste Essen ist?“ Er weiß es: „Kartoffelsalat! Und wer lernt ihn dir? Die Mutti! Den besten Kartoffelsalat auf der Welt macht die Mutti! Weil wer ist besser als wie wir Männer? Die Mutti!“

Wolfgang

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Wolfgang ist 63, es geht ihm hervorragend. Kein Wunder, besitzt er doch „das Große Brennrecht“, oder auch „das Maria-Theresianisches Brennrecht“, oder auch „das Drei-Hektoliter-Brennrecht“. Der benachbarte Wirt und Hotelier wollte genau das immer haben, er sagte immer wieder zu Wolfgangs Mutter: „Nachbarin! Wos mochst denn mit de gaunzn Baam? So vü Arbeit! Gib`s mir!“ Aber die Nachbarin gab es natürlich dem Buben.

Dieses Privileg ist „ad rem“ an die Liegenschaft gebunden, also „auf die Sache“, und nicht „ad personam“, also auf „die Person“. Die das große Brennrecht besitzen, dürfen obendrein Obst zukaufen, anders als gewöhnliche Bauern, die nur ihren Hausbrand brennen dürfen, sie bezahlen dafür aber ab dem ersten Liter Steuer.

Sollte Wolfgang die Liegenschaft an seine beiden Kinder vererben, erlischt es, den es gilt „zu ungeteilter Hand“. Auch erlischt es, wenn er zwei Jahre lang hintereinander nicht brennt und keine Steuern bezahlt. Das sind die kleinen Tricks der Bürokratie, mit denen sie das Brennmonopol, das eigentlich beim Staat liegt, durchsetzen wollen. Aber mit Bürokratie kriegen sie ihn nicht klein, denn: „Bürokratie, das können wir.“

Er war früher leitend in der Nationalbank tätig, saß oft in einem 20. oder 30. Stock eines Bankenturms  in Frankfurt, richtet den Blick aus dem Fenster und fragte sich: „Was soll der Scheiß überhaupt?“ In seinem Geburtsort in Oberösterreich, auf der kleinen Liegenschaft, auf der das Brennrecht liegt, kniet er nun im Herbst immer zwischen den paar Obstbäumen und klaubt Zwetkschen, Birnen oder Kriarcherln, davon neulich 200 Kilo.

„Weißt du überhaupt, was das für eine Arbeit ist?“ Aber diese Arbeit stört ihn nicht. Denn dabei richtet er den Blick gelassen in Richtung Totes Gebirge und denkt sich: „Ihr könnt mich doch alle am Arsch lecken.“

Hans

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Hans ist 68, es geht ihm gut. Oder: „Passt eh!“, wie der beste Wirt des Landes gerne sagt, während er seine Gäste bedient. Das macht er seit nunmehr 42 Jahren, Knödel waren und sind seine Spezialität.

Früher, wenn „Sommergäste“ kamen, fragte er sie gerne, ob sie reserviert hätten. Wenn nicht, nagelte er ihnen schon mal die Eingangstüre vor der Nase zu, obwohl das ganze Wirtshaus leer war. In seinen besten Zeiten fuhr er mit dem Mofa durch die Gaststube und servierte die Knödel in knapper Badehose, Cowboystiefeln und Cowboyhut. Wenn ein Deutscher ein „Kleines Bier“ bestellte, servierte er es im Schnapsglas. „Paßt eh!“

Feine Herrschaften kamen aber auch zu ihm: Die Primare aus dem nahe gelegen Landeskrankenhaus „sind auf ein Beuschel zu mir gekommen, bevor sie zur Moarbichler Cilli gefahren sind um ein Schwarzes Pflaster“. Das war die Wunderheilerin damals, und alle holten sich Rat  bei ihr, auch die Primare, „und auch die Holzknechte.“

1976 erkrankte sein Vater, „ein 13er Jahrgang“, der bis dahin das „Gasthaus zur Gemse“ geführt hatte, oder „Die Gams“, wie wir alle dazu sagen. 1977 starb er, und Hans erinnert sich: „Drei Wochen, drei Wirte!“ Innerhalb von drei Wochen starben nämlich damals drei Wirte im Ort: „Zuerst der Papa am 20. März, dann der Kemmetmüller am 30. März, und am 10. April hat sich der Stoaner-Wirt hinten in Vorderstoder aufgehängt.“ Manchmal paßt es halt nicht.

Bevor er zurück kam in den kleinen Ort im engen Tal, war er draußen in der weiten Welt, von Juni 75 bis Mai 76 in Amerika, Las Vegas war seine letzte Station, „Der Pate“ sein Vorbild. Er trat im Ort, in dem alle Tracht zum Kirchgang trugen, mit tailliertem, zweireihigem Nadelstreif, weißen Schuhen und schwarzem Stetson auf, so einer war natürlich Außenseiter. Heute geht er selbst einmal pro Monat in die Kirche zur Anbetung, mit dem Pfarrer ist er „per Sie“. Hans bot ihm an, dass er jederzeit zu ihm kommen kann, wenn er einmal nicht mehr weiter weiß.

Neulich fragte ihn einer, warum er kein Buch über sein bewegtes Leben schreibe, Stoff hätte er doch genug? Er fragte zurück: „Kennst du den Heinrich Harrer? Der hat ‚Sieben Jahre in Tibet’ geschrieben.“

„Und?“

„Ich schreibe ‚Eine Woche in der Gams’.“

Walter

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Walter ist 59, es geht ihm wieder so halbwegs. Das ganze Jahr über schon hatte er eine böse Ahnung, „ich wusste, dass irgendwas passieren wird.“ Es lief nicht rund in seinem Leben, eine allgemeine Unruhe hatte ihn erfaßt. Manchmal zweifelte er sogar, ob er seinen Sechziger noch erleben würde.

Er betreibt mit seiner Frau, mit der zusammen er fünf Kinder hat, die ihn wiederum bereits zum fünffachen Opa gemacht haben, ganz hinten im engen Tal eine kleine Landwirtschaft, ein paar Schafe, ein paar Hühner. Nebenher tischlert er und arbeitet für die Bundesforste. Anfang November verschwindet dort die Sonne hinter dem Berg, und erst Mitte Februar haben sie wieder Licht. „Das ist zäh.“

Vor ein paar Wochen borgte er sich von einem Bauern einen STEYR 8055 Allrad, um noch weiter hinten im Tal Heuballen zu transportieren, die er den Bundesforsten für die Wildfütterung im Winter verkauft. Er lud vorne einen auf und einen zweiten hinten, der vorne war schwerer. Walter kippte an einer Böschung um und überschlug sich viereinhalb Mal.

Instinktiv klammerte er sich dabei an das Lenkrad und machte sich so klein wie möglich, „dabei stieß ich den Schrei meines Lebens aus“, erzählt er. Er hatte Glück, nicht herausgeschleudert zu werden, normalerweise liest man dann in der KRONE: „Bauer von Traktor erdrückt.“

Nachdem der Traktor am Dach zu liegen gekommen war, wand er sich irgendwie heraus und prüfte, ob noch alles dran war an ihm und ob es noch funktionierte: „Fünf gebrochene Rippen, ein paar angebrochene Wirbel, sonst eigentlich nix.“ Dann merkte er, dass der Motor noch lief. Also kletterte er zurück und stellte ihn ab, sonst wäre er kaputt gegangen.

Im November, wenn die Sonne hinten im Tal wieder für vier Monate verschwindet, wird er seinen Sechziger feiern, „und dann werde ich Hundert.“

Gottfried

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Gottfried „wird bald 60“, er ist „in gespannter Erwartung“, könnte man sagen: Vorm Kulturcafé steht er in der Sonne und hofft auf den Postler, 8.45 Uhr an einem Freitag. „Ein Freund von mir hat gesagt, er schickt mir eine Stange Zigaretten“. Als der Postler kommt, hat er die Stange schon in der Hand, JPs aus der Slowakei. Einen Zehner hat er ihm auch dazu gelegt, der Tag fängt gut an.

Davon sollen auch andere profitieren. Mit den zwei Euros, die ich ihm gebe, ruft er von der Telefonzelle aus einen Freund im 10. Bezirk an, der auch schon dringend auf Zigaretten wartet. Dem wird er zwei Packerl davon abgeben, „man hilft sich halt, wenn man kann.“

Gottfried wohnt drüben im Gemeindebau neben der Kirche, kostet 400 Euro Miete, bleiben knapp über 400 Euro von der Mindestsicherung zum Leben. Das kann eng werden mit den Tschick, er raucht zwei Packerl am Tag, „wenn es sich ausgeht!“ Oft geht es sich nicht aus.

Er hat Konditor gelernt, sein letzter Job war aber bei der Post drüben am Westbahnhof als Packerlschupfer. Als die zusperrte, schickten sie ihn in Frühpension. Nun geht er tagsüber spazieren, und abends sitzt er im Café Beograd nahe dem Wiener Westbahnhof, „dort haben sie eine Jukebox“. Oder im Pub bei uns um die Ecke, aber das sperrt erst morgen wieder auf.

Früher spielte Gottfried für Waidhofen a. d. Thaya in der Landesliga Fußball, zentrales Mittelfeld, klassischer „Sechser“. In der Jugendmannschaft war er sogar Torschützenkönig. Dort oben wohnt noch der Freund, der ihm die Zigaretten schickt.